Ich habe an der Wall Street gearbeitet, in den USA, in Taiwan, auf den Philippinen, in Kambodscha, in Venezuela und in Kolumbien gelebt, Firmen aufgebaut und in Österreich wieder von vorne angefangen. Nicht alles davon war gut. Einiges davon war schwer. Fast alles davon hat mich etwas gelehrt, das ich vorher nicht wusste.
Die wichtigste Lektion ist einfach: Freiheit ist kein Zustand. Sie ist ein Test. Er kommt ohne Ankündigung, meist dann, wenn man am wenigsten vorbereitet ist. Eine Behörde, die nicht zuständig sein will. Ein Freund, der verschwindet. Ein Geschäftspartner, der plötzlich eine andere Geschichte erzählt. Ein Land, das über Nacht die Grenzen schließt.
Ich nenne diese Momente Freedom Tests. Über sie schreibe ich ein Buch. Hier erscheinen vorab einzelne Geschichten daraus.
Warum jetzt? Weil ich in meinem neuen Buch, „Der KI-Kontrollverlust“, über die größte dieser Prüfungen schreibe, die auf uns alle zukommt: Systeme, die schneller werden, als Menschen und Institutionen folgen können. Wer wissen will, wie man darin handlungsfähig bleibt, lernt am meisten von den kleinen Prüfungen, die man schon bestanden hat. Oder nicht bestanden.
Ich schreibe direkt. Ich lasse auch die Teile drin, in denen ich schlecht aussehe. Sonst stimmt die Geschichte nicht.
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Richard Frederic Bertossa

